Reenacting Poiesis – Für eine Anarchie des Machens

By Georg Trogemann © 2018

„After one look at this planet any
visitor from outer space would say:
I want to see the Manager.“
(William S. Burroughs)

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Welche Alternativen gibt es zur gegenwärtigen zweckrationalen, konkurrenzbasierten, konsumistisch-kapitalistischen Poiesis und den auf Effizienz getrimmten, globalisierten Produktions- und Logistik-Infrastrukturen? Warum ist die globale Maschinerie, die auf technischer Seite auf den Prinzipien der Zerlegung und Trennung, der Modularisierung und Kapselung, der Abstraktion und Digitalisierung beruht, gar nicht mehr darauf ausgelegt, dass der Einzelne möglichst eigenständig bleibt oder das System auch nur annähernd durchschauen kann? Aufgrund der Fähigkeit digitaler Technologien selbstgesteuert zu lernen, werden unter dem Stichwort «technologische Singularität» bereits die Gefahren der KI für den Fortbestand der Menschheit diskutiert. Unabhängig davon, wie realistisch das Szenario ist, geht es letztlich um eine grundlegende Entscheidung: In welcher Wirklichkeit wollen wir leben? Gelingt uns auch ein Zukunftsentwurf, der nicht auf Kontrolle und Vorherbestimmung der Zukunft ausgelegt ist, der den Fortschrittsglauben aufgibt ohne die Technologien zu verdammen? Eine zeitlos verbindliche Antwort auf die Problematik, wie mit Technik umzugehen ist und wie unser Verhältnis zur Welt auszusehen hat, kann es nicht geben. Bleibt also die Frage, was angesichts der Sachlage jetzt und hier zu tun ist.