Algorithmen im Alltag

This article also was published in the book »Exkursionen ins Undingliche«. It is questioning the essence of »information« and »algorithms« beyond its formal meaning in informatics.

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Two roads diverged in a wood, and I –
I took the one less travelled by

Robert Frost

Algorithmen sind präzise Handlungsanweisungen, um Probleme, die innerhalb verschiedener Kontexte auftauchen, mit Hilfe allgemeiner Schemata zu lösen. Üblicherweise verbinden wir mit dem Begriff vor allem mathematische oder informatische Herausforderungen, die nur für Ingenieure und Softwareentwickler relevant sind. Informatiker betonen aber gerne, dass Situationen, die nach algorithmischen Lösungen verlangen, durchaus auch im Alltag zu finden sind und ihre Kenntnis hilft sie effizient anzugehen. Die unter Informatikern beliebten Beispiele, wie wir einen Kuchen fair teilen können, den Ausgang aus einem Labyrinth finden, das Bücherregal am schnellsten nach einem bestimmten Buch durchsuchen oder unsere Umzugskartons möglichst platzsparend packen, wecken zwar tatsächlich oft die Neugier des Laien, sie sind aber nicht besonders geeignet, die Wichtigkeit der algorithmischen Welt für unsere heutige Gesellschaft deutlich zu machen. Wir kommen in der Regel auch gut durchs Leben, ohne solche Verfahren zu kennen oder gar selbst anzuwenden. Die Brisanz von Algorithmen wird dagegen schon eindringlicher, wenn wir daran erinnern, dass sie zum Beispiel auch Flugzeuge, Atomkraftwerke und Bankautomaten steuern. Doch gerade hier sind in erster Linie die Fachleute gefragt, die sich kompetent um deren Sicherheit und Funktionstüchtigkeit zu kümmern haben. Es wäre nicht nur zu viel verlangt, sondern durchaus gefährlich, sie jedem zugänglich zu machen.

Doch die versteckte Macht der Algorithmen ist hier nicht das zentrale Thema, es geht vielmehr um die augenscheinlichen Analogien zwischen Informationsverarbeitungsprozessen und den Phänomenen und Vorgängen in unserer Alltagswelt.